Hauptamtliche Beschäftigung

Stand: Oktober 2007

 „Tut unsere Kirche genug für die Hauptamtlichen?"
 „Sterben wichtige kirchliche Berufsbilder in Nordelbien demnächst aus?"
„Entwickelt sich Nordelbien zu einer Pastorenkirche?"
„Bieten wir als Kirche qualifizierten Kräften noch verlässliche Arbeitsplätze?"
„Wie viele Menschen beschäftigt eigentlich die NEK, und wie viel Geld gibt sie dafür aus?"
„Wir müssen uns von Mitarbeitenden trennen - wie geht das auf anständige Weise?"
„Unsere Mitarbeitenden brauchen andere Qualifikationen - wie können wir als kleiner Anstellungsträger sie am besten unterstützen?"
„Trifft der Stellenabbau demnächst mich?"

Derartige Fragen beschäftigen derzeit viele Menschen in der Nordelbischen Kirche. Kein Wunder - durch den langfristig zu erwartenden Rückgang der Kirchensteuereinnahmen ist in Nordelbien ein Teil der hauptamtlich geleisteten kirchlichen Arbeit perspektivisch nicht mehr gesichert. Auf allen Ebenen hat in den letzten Jahren bereits Personalabbau stattgefunden. Viele Hauptamtliche arbeiten mit sinkenden Stundenkontingenten, zunehmend in der Sorge, auch diese Teilzeit-Arbeitsplätze noch zu verlieren, häufig nicht mehr in der Lage, mit ihrer Tätigkeit ihre Existenz zu sichern. Nicht wenige Menschen in der NEK befürchten, dass die kirchlichen Finanzmittel künftig zunehmend durch Besoldung und Versorgung der öffentlich-rechtlich Beschäftigten gebunden sein werden. Dabei ist in bestimmten kirchlichen Berufsgruppen (PastorInnen, KirchenmusikerInnen, DiakonInnen) die Nachwuchssituation bereits besorgniserregend, ein Fachkräftemangel in wenigen Jahren wahrscheinlich.

Gleichzeitig gehört die Vorstellung des einen kirchlichen Amtes, das sich in verschiedene Dienste gliedert, zum Grundverständnis  der NEK. Darüber hinaus ist es ein Kennzeichen von Kirche, dass sie ihren Auftrag, das Evangelium in Wort und Tat zu bezeugen, nur mit Hilfe qualifizierter und engagierter Menschen erfüllen kann - Ehrenamtlicher wie Hauptamtlicher. Deshalb fördert die Nordelbische Kirche ehrenamtliches Engagement, deshalb geht es zurzeit aber auch darum, die Rahmenbedingungen hauptamtlich geleisteter Arbeit zu überprüfen.

In den letzten Jahren hat sich die Nordelbische Synode mehrfach mit der Arbeit Hauptamtlicher befasst:

So hat sie sich im Rahmen des Prozesses „Zukunft der Arbeit - Zukunft der Kirche" mit der Rolle der NEK als Arbeitgeberin befasst und sich unter anderem für die Förderung innovativer Modelle kirchlicher Arbeit ausgesprochen.
In der Pfarrstellenplanung hat die Synode schon vor einiger Zeit beschlossen, die Zahl der jährlich neu zu übernehmenden Pastorinnen und Pastoren zu begrenzen. In den letzten Jahren hat sich daraus eine längerfristige Personalplanung für Pastorinnen und Pastoren entwickelt.
Im Rahmen der Reformbeschlüsse vom November 2004 hat die Synode  einen solidarisch-geschwisterlichen Umgang miteinander und eine gerechte Beteiligung der verschiedenen Beschäftigtengruppen an den Strukturmaßnahmen der NEK verlangt.
Schließlich hat die Synode - ebenfalls im November 2004 - verschiedene Prüfaufträge erteilt. So soll etwa das Für und Wider einer Messzahl für die Pfarrbesoldung geprüft werden. Auch die Auswirkungen möglicherweise veränderter Anstellungsträgerschaften sowie Ansatzpunkte einer Personalentwicklung für nicht-theologische Mitarbeitende sollen untersucht werden.

Mit diesen Aufgaben beschäftigt sich seit Frühjahr 2006 die Projektgruppe „Hauptamtliche Beschäftigung" im Rahmen des nordelbischen Reformprozesses. Auch wenn die Synode hier Aufträge erteilt hat: direkt beeinflussen kann sie die Arbeitsbedingungen privat-rechtlich Beschäftigter - und das ist die deutliche Mehrheit der Hauptamtlichen - nicht. Während andere Landeskirchen im Personalbereich in Abbau- und Umstrukturierung investieren und dadurch gewünschte Entwicklungen fördern, sind die Arbeitsverhältnisse für Angestellte in der NEK dezentral geregelt und nur durch tarifliche Vereinbarungen näher bestimmt. Eine zentrale landeskirchliche Steuerung ist aufgrund der Autonomie der kirchlichen Körperschaften nicht möglich. Wohl aber kann die Nordelbische Synode politische Empfehlungen an die Vielzahl der kirchlichen Arbeitgeber richten.

 

Einzelheiten zur Arbeit der Projektgruppe „Hauptamtliche Beschäftigung" finden Sie unter „Umsetzung".