Zielsteuerung
Informationen über die geplante Einführung der Zielsteuerung in den nordelbischen Hauptbereichen kirchlicher ArbeitSeit fast 10 Jahren ist die Nordelbische Kirche dabei, ihre Dienste und Werke strukturell und inhaltlich neu auszurichten. Konzentration auf wenige Standorte. Inhaltliche Prioritäten. Weniger Zuweisungen. Organisation in sog. Hauptbereichen. Budgetierung. Das waren - und sind - wichtige Stationen auf dem Weg der Veränderungen der letzten Jahre. Nun geht es um den nächsten Schritt: die Einführung der Zielsteuerung. Sie wurde im Rahmen des Werkeneuordnungsgesetzes von der Synode beschlossen. Was bedeutet das konkret? Von der Projektgruppe Hauptbereiche wurde ein sog. „Kernteam" beauftragt, die Einführung der Zielsteuerung in den neuen Hauptbereichen zu begleiten. Zum Kernteam gehören:
Das Kernteam arbeitet eng zusammen mit einer Beraterin und einem Berater der Firma PricewaterhouseCoopers Berlin:
Beide sind spezialisiert auf das sog. Strategische Management von Non-Profit-Organisationen. Sie haben umfangreiche Erfahrungen mit der Einführung von Zielsteuerung in Kommunen, gemeinnützigen Organisationen und im kirchlichen Bereich.
Unverändertes Ziel aller bisherigen Reformschritte: Auftrag und Arbeit der Nordelbischen Dienste und Werke sollen - auch bei künftig geringeren Steuermitteln -gesichert, Qualität und Innovation gefördert werden. Dienste und Werke sind ein elementarer Bestandteil unserer Kirche und des kirchlichen Wirkens in der Welt. Sie werden auch bei künftig knapper werdenden Haushaltsmitteln gebraucht. Mithilfe ihrer Dienste und Werke und ihrer Beauftragten bearbeitet die Nordelbische Kirche umfassend und fachkundig die großen gesellschaftlichen und theologischen Fragen und Herausforderungen, die sich derzeit in der Welt stellen. Unterstützt wird diese Aufgabe durch eine stärkere Bündelung der in den Werken vorhandenen Ressourcen und Kompetenzen und durch eine stärkere Ausrichtung der Arbeit der Dienste und Werke an verabredeten Zielen und beabsichtigten Wirkungen. Die Steuerung durch Ziele kann die Arbeit der Hauptbereiche an einer gemeinsamen Vision und einer Gesamtstrategie ausrichten und in jedem Hauptbereich „passende", spezifische Zielformulierungen und Maßnahmen zur Umsetzung entwickeln. Über die Formulierung von abgestimmten Zielen für die einzelnen Arbeitsbereiche kann die Funktionsfähigkeit der Hauptbereiche durch das Zusammenwachsen ehemals getrennter Arbeitsfelder erhöht werden. In Verbindung mit der Budgetierung ermöglicht diese neue Form der Steuerung eine höhere Gestaltungsfreiheit für die Hauptbereiche, gewährleistet aber gleichzeitig die Ausrichtung an gemeinsamen Grundsatzzielen.
Der Ausgangspunkt sind Ziele für die gesamte Nordelbische Kirche. Sie werden von der Kirchenleitung unter Einbeziehung der Hauptbereiche und der Dezernate entwickelt und von der Synode verabschiedet. Die sich daraus ergebende Gesamtstrategie wird durch die Hauptbereiche für Ihre jeweiligen Arbeitsfelder "übersetzt" und in Teilziele differenziert. Dabei werden die Gesamtziele bereichsbezogen, weiterentwickelt und nach innen und außen kommuniziert. Ziele sind keine luftigen Absichtserklärungen. Sie liefern realistische und anspruchsvolle, motivierende und überzeugende Aussagen über das, was ein Hauptbereich anstrebt: klare inhaltliche Programme, deutliche Zielgruppenorientierung, fachliche Qualität, gute interne Organisation, Weiterentwicklung der Mitarbeitenden, finanzielle Solidität. Dazu gehört auch eine Beschreibung, wie der jeweilige Grad der Zielerreichung qualitativ und quantitativ zu erfassen ist. Die Projektgruppe Hauptbereiche hatte Anfang 2008 einen ersten Vorschlag vorgelegt, wie ein System von Zielsteuerung aussehen könnte. Danach entscheidet die Synode künftig über die grundlegenden Ziele für die Hauptbereiche und weist ihnen - auf der Basis der strategischen Ziele und ihrer geplanten Umsetzung - jeweils ein Gesamtbudget zu, das grundsätzlich mit Zielvorgaben verbunden ist. Sie entscheidet aber nicht mehr über Einzelhaushalte. Arbeitsbereiche erhalten ihr Budget von der Hauptbereichsleitung bzw. - im Fall der Hauptbereiche mit selbständigen Werken - vom Steuerungsgremium des Hauptbereichs zugewiesen. Diese Teilbudgets werden in den Erläuterungen zum nordelbischen Haushaltsplan ausgewiesen und mit grundlegenden Informationen über die geplante Umsetzung versehen. Die Synode kann das Gesamtbudget eines Hauptbereichs verändern. Sie kann anregen, die Schwerpunkte innerhalb eines Hauptbereichs inhaltlich und finanziell zu verändern und eine veränderte Umsetzung der Ziele der NEK im nächsten Haushaltsjahr verlangen. Das System der Zielsteuerung und dessen Verknüpfung mit Budgets setzt ein effektives Berichtswesen / Strategisches Controlling voraus. Es informiert die Synode - und in Vorbereitung der jährlichen Haushaltsberatungen den Hauptausschuss - über die geplanten Ziele bzw. den bislang erreichte Zielerreichungsgrad vereinbarter Ziele in den einzelnen Hauptbereichen. Das Berichtswesen soll möglichst einfach und klar gestaltet werden. Individuelle Gratifikationen oder Sanktionen - etwa Elemente leistungsabhängiger Entlohnung - sind nicht vorgesehen. Die Synode hat der Einführung der Zielsteuerung im Frühjahr 2009 zugestimmt. Dem Haushalt 2010 werden die strategischen Ziele als Deckblatt beigelegt, allerdings noch nicht auf Budget bezogen. Das soll erstmals für den Haushalt 2011 im November 2010 geschehen.
Die Einführung der Zielsteuerung findet in mehreren Schritten statt: 1. Phase: Methodische Qualifizierung (Herbst 2008) Zielsteuerung stellt für die Nordelbische Kirche eine neue Methodik dar. Daher fanden im Herbst 2008 eine Reihe methodischer Qualifizierungsmaßnahmen für die leitenden Gremien in der Nordelbischen Kirche und die Leitungspersonen in den neuen Hauptbereichen statt. Insgesamt machten sich über 100 Personen - Kirchenleitung, Synodenpräsidium, Hauptausschuss, Dezernate, Kollegium, Hauptbereichsleitungen und Arbeitsbereichsleitungen - in Seminaren und Workshops mit Methoden und Instrumenten der Zielsteuerung vertraut, so dass sie ihre jeweiligen Leitungs- und Steuerungsaufgaben in dem neuen System ausüben können. Für die Durchführung konnten Frau Dr. Siebart und Herr Weise von der Firma PricewaterhouseCoopers Berlin gewonnen werden. Die Maßnahmen erfolgte in enger Abstimmung mit dem „Kernteam", das die Workshops koordinierte und begleitete. Die von PricewaterhouseCoopers vermittelten Inhalte und Methoden wurden mit dem Kernteam diskutiert, um sicherzustellen, dass sie mit den Grundauffassungen und der Kultur der Nordelbischen Kirche übereinstimmen. 2. Phase: Strategieentwicklung (Frühjahr und Sommer 2009) In einem nächsten Schritt wird die methodische Qualifizierung mit der Strategieentwicklung verbunden. In mehreren Workshops im Frühjahr 2009 formulierten die Kirchenleitung, die Hauptbereiche und das NKA auf der Basis einer gemeinsamen Situationsanalyse die grundlegende Strategie der Nordelbischen Kirche und leiteten daraus 15 strategische Ziele für die Arbeit der Hauptbereiche in den nächsten Jahren ab. Schrittweise werden die Ziele mit Messgrößen, Indikatoren und Zielwerten weiter konkretisiert. Aus der gemeinsamen Ausrichtung resultieren schließlich konkrete aufeinander abgestimmte Ziele und Maßnahmen für jeden Bereich. 3. Phase: Konkretisierung der Ziele mit Hilfe der Balanced Scorecard (Herbst 2009) Zur Übersetzung der strategischen Gesamtziele der NEK in konkrete Ziele und Maßnahmen für jeden Hauptbereich mit Hilfe der BSC finden derzeit eine Reihe von Workshops statt, die das nötige Handwerkszeug vermitteln und zugleich die Zielsteuerung das erste Mal auf die Arbeit der Hauptbereiche anwenden. Daran anschließend wird dann 2010 die Formulierung von Arbeitsbereichszielen im sog. „Gegenstromverfahren" zwischen Mitarbeitenden und Leitung, Leitung und Mitarbeitenden erfolgen. 4. Phase: Aufbau des Controlling und Berichtwesens (Herbst 2009 bis Frühjahr 2010) Parallel zur Erarbeitung von Zielen und Maßnahmen erfolgt derzeit der Aufbau des Controlling mit einer Klärung der Aufgaben und Prozesse in Zusammenarbeit zwischen der Stabsstelle Controlling (Herrn Thorsten Kock) und den Dezernaten sowie die detaillierte Planung der Verknüpfung von Zielen mit Budgets. Dabei ist noch die genaue Reichweite der Zielsteuerung zu klären. Mit der Verknüpfung von Zielen und Budgetvorschlägen werden die erste Phase der Einführung und auch das Engagement von PricewaterhouseCoopers vorläufig beendet sein. Bis das System „rund" läuft, wird es aber vermutlich noch ein wenig länger dauern. Sinnvoll ist es daher, dass das Ganze nach einigen Jahren - ebenso wie die Hauptbereichsbildung selber - evaluiert werden soll. Die von der Kirchenleitung verabschiedeten und im November von der Synode zu beschließenden strategischen Gesamtziele und die Situationsanalysen der Hauptbereiche finden sie auf der Download-Seite unter der Dienste-und-Werke-Rubrik.
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